Danke, Superstar!

Quelle: dailymail.com; pbs.twimg.com;vignette4.wikia.nocookie.net
Rodriguez, Suarez, Di Maria. Letzten Sommer sorgten diese drei Namen auf dem Transfermarkt für Schnappatmung. Der Grund steht auf dem Preisschild: für zusammengerechnet 236 Millionen Euro wechselten diese Superstars ihre Arbeitgeber. Dass die abgebenden Vereine sich nun in Geld wälzen können liegt auf der Hand. Doch auch vollkommen unbekannte Vereine verdienen sich eine goldene Nase, wenn James und Co. das Trikot tauschen. Das Zauberwort heißt "Solidaritätsbeitrag" - was das ist und welche Stars wahre Geldmaschinen sind, zeigt Euch Die Dritte Halbzeit.


Die FIFA kann auch sinnvoll

Anhang 5 Artikel 1 des FIFA Transferreglements:
Wechselt ein Berufsspieler während der Laufzeit seines Arbeitsvertrags und zahlt der neue Klub dem ehemaligen Klub eine Entschädigung für diesen Transfer, behält der neue Klub 5 % dieser Entschädigung und teilt diesen Betrag unter den Klubs auf, bei denen der Spieler zwischen seinem 12. und 23. Geburtstag gespielt hat.
Da die Top-Spieler unserer Generation nicht gleich von Top-Vereinen entdeckt werden, verdienen die kleinen Fische des Fußballs hier ordentlich mit. Wir haben uns die 5 umsatzstärksten, aktiven Spieler der Welt genauer angesehen und herausgefunden, wer bei den teuren Transfers dieser Spieler so alles mitverdient hat. Unbekannte Vereine sind garantiert.


Platz 5: Cristiano Ronaldo (Gesamterlöse: 111,5 Mio. €)

111 Millionen nur für ihn: Cristiano Ronaldo. Quelle: gq234.com

Vor seiner strahlenden Karriere bei Manchester United und Real Madrid spielte CR7 für den heimischen Top-Club Sporting Lissabon. Im zarten Alter von 18 Jahren ging es dann für 17,5 Mio. Euro auf die britische Insel. Doch Sporting kassierte noch mehr: gut 2,4 Millionen Euro flossen dank des Mega-Transfers nach Madrid noch in die portugisischen Kassen,


Platz 4: Luis Suarez (115,8 Mio. €)

Der teuerste Transfer des Sommers: Luis Suarez. Quelle: Getty Images
Der Uruguayer machte seine ersten Schritte beim heimischen Club Nacional Montevideo. Nach einem Jahr in holländischen Groningen zog es den "Beißer" nach Amsterdam, wo er auch das erste Mal "tätig" wurde. 3 Jahre später wechselte auch Suarez auf die Insel und spielte dort ebenfalls drei Saisons für den FC Liverpool, ehe er dem 81 Millionen Euro teuren Ruf des FC Barcelona folgte. Vor allem der Jugendclub aus Montevideo konnte sich auf einen Goldregenfreuen, denn mit 3,2 Mio. € geht der gröte Teil des Kuchens an Uruguay. Ajax Amsterdam strich 1,2 und Groningen "nur" 0,5 Millionen Euro ein.


Platz 3: Angel Di Maria (116 Mio. €)

Schnürt seine Schuhe jetzt für die "Red Devils": Angel Di Maria. Quelle: ibctimes.com
Auch Angel Di Maria reifte zunächst in der Heimat bei CA Rosario, ehe Benfica Lissabon für 8 Millionen zuschlug und den damals 19-jährigen nach Portugal lotste. Zweieinhalb Jahre später wurde der Argentinier ein "Königlicher" und Lissabon um 33 Mio. € reicher. Nach internen Streitigkeiten beendete Di Maria das Kapitel Real Madrid diesen Sommer und wurde für 75 Millionen zu Manchester United transferiert. Während Benfica mit nur 1,2 Millionen € an Solidaritätsbeiträgen verdient, nimmt CA Rosario den Löwenanteil ein: 3,14 Mio. Euro verdienten sie bereits im Laufe seiner Karriere.


Platz 2: James Rodriguez (132,63 Mio. €)

Teurer Jubel: James Rodriguez' Dienste waren den Madirlenen 80 Mio. wert. Quelle: scaryfootball.com
Mit sechs Toren in 5 WM-Spielen schaffte James Rodriguez den Sprung in die Elite des Weltfußballs. Angefangen hat die Geschichte jedoch beim kolumbianischen Provinzclub Envigado F.C. Mit 16 ging es für ihn zu CA Banfield in Argentinien, wo er 3 Jahre später die Aufmerksamkeit der Scouts des FC Porto auf sich zog. Nach drei Jahren ließen die Portugiesen Rodriguez zum AS Monaco ziehen, wo er eine tragende Figur der Milliarden-Umstrukturierung werden sollte. Doch dann kam die Weltmeisterschaft und der Anruf aus Madrid. 80 Millionen Euro später jongliert der Kolumbianer Bälle im Bernabeu. Da James Rodriguez noch sehr jung ist und das den Mechanismus der Geldverteilung beeinflusst, verdienten sowohl Banfield als auch Envigado jeweils rund 1,8 Mio. €. Der FC Porto muss sich mit 600.000 Euro begnügen.


Platz 1: Zlatan Ibrahimovic (163,1 Mio. €)

Zlatan Ibrahimovic: Hat er sich schon den nächsten Club angelacht? Quelle: skysports.com
"Dare to Zlatan" oder: "Spiele einmal in jeder Liga Europas!" Das könnte das Motto des Schweden sein. Für acht Clubs aus fünf Ländern war "Ibra" im Einsatz, zunächst bei FBK Balkan, einem Vorort-Club von Malmö. Später zog es ihn zum schon etwas mehr bekannten Malmö FF. 2001 wurde Ajax Amsterdam aufmerksam und legte 7,8 Mio. € auf den Tisch. Drei Jahre später kam Ibrahimovic zu Juventus Turin, die "Alte Dame" verließ er jedoch im Zuge des italienischen Wettskandals. Weit musste er nicht reisen: Inter Mailand nahm ihn auf und zahlte dafür 24,8 Mio. €. Dort gelang der endgültige Durchbruch. 2009 lockte Pep Guardiola den Schweden zum FC Barcelona, das ganze schlappe 70 Millionen Euro. Das Glück währte jedoch nicht lang, und so landete "Ibrakadabra" über AC Mailand bei Paris Saint-Germain.
Beim Schweden verdienen gleich vier Teams mit. Juve und FBK Balkan bekommen weniger als eine Million, Ajax Amsterdam strich 2,1 Mio. Euro ein. Der ganz große Gewinner ist jedoch Malmö FF: satte 3,8 Millionen Euro haben die Schweden mit Ibrahimovic bisher verdient. Und das, obwohl er seit gut 13 Jahren nicht mehr für die FF spielt. Vielleicht wird es ja noch mehr, immerhin fehlt noch ein Engagement in England ...

Sagt uns Eure Meinung: Findet Ihr so eine Verteilung der Transfersumme gerecht? Einfach loskommentieren!

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Warum Emre Can (vorerst) nicht auf sein Handy schauen muss


Kein Schwein ruft ihn an: Emre Can wartet bisher vergeblich auf seine Nominierung Quelle: upper90studios.com/
Seit seinem Wechsel auf die Insel wurde es zumindest in Deutschland still um Emre Can (20). In einem Interview mit dem englischen "Guardian" machte er nun auf sich Aufmerksam: Dort bekundete er offen seine Hoffnung auf einen Anruf von Joachim Löw und wunderte sich gleichzeitig über die bisher fehlende Nominierung. Wir haken nach: Darf Emre Can überhaupt auf einen Anruf hoffen?

„Letzte Saison habe ich für eins der besten Teams Deutschlands gespielt und bin nie nominiert worden", klagte der Ex-Leverkusener in der britischen Zeitung. Dass er mit dieser Aussage auch Recht hat, bewies Tabellenplatz vier in der Bundesliga. Dennoch muss sich Emre Can hinten anstellen. Und das nicht nur beim FC Liverpool: Auch in der Nationalmannschaft erwartet ihn sogar auf der Bank harte Konkurrenz.

Der Kampf um Platz 4 und 5


Keine Position in der deutschen Nationalmannschaft ist so gespickt mit Superstars wie das defensive Mittelfeld. Mit Kroos, Khedira und Schweinsteiger ist der Konkurrenzkampf praktisch entschieden. Da Schweinsteiger als Kapitän gesetzt sein dürfte, gehen die beiden Madrilenen in den Kampf um den zweiten Platz auf der "Sechs". 
Platz 4 unter den deutschen "Sechsern": Christof Kramer Quelle: sportal.de
Und auch hinter den Top 3 drängen sich dem Bundestrainer die Spieler auf. Christof Kramer, derzeit wohl auf Platz vier bei Löw, spielt auch diese Saison eine starke Saison (whoscored-Wert: 7,39). Das gleiche gilt für Leverkusen-Kapitän Lars Bender. Sein Wert von 7,51 zeugt ebenfalls von sehr guten Leistungen in der Bundesliga, zudem fand Can bereits in Leverkusen keinen Weg an ihm vorbei, weshalb sich dieser mit der Position als Linksverteidiger zufrieden geben musste. Keine guten Karten also für den Deutsch-Türken.

Die nächsten Überraschungskandidaten


Selbst jenseits des deutschen Kaders gehen Joachim Löw die Möglichkeiten nicht aus. Vor allem zwei "Sechser" rücken verstärkt in den Fokus der Experten: Sebastian Rode und Johannes Geis. Rode (whoscored-Wert: 7), welcher gegen Hoffenheim knapp 60 Minuten neben Alonso ran durfte, machte erneut ein solides Spiel und erzielte sogar ein Tor. Zudem wird seine Reputation durch Pep Guardiola gestärkt, welcher den Ex-Frankfurter zuletzt zu seinem Lieblingsspieler krönte. 
Der "Neue"?: Johannes Geis Quelle: sportschau.de/
Auch der Mainzer Johannes Geis macht von sich Reden, sogar International: Vor allem in Italien scheint der Mainzer Begehrlichkeiten geweckt zu haben. Kein Wunder, denn mit einem whosocred-Wert von 7,14 ist er eine der tragenden Säulen der Rheinhessen. Zudem hat der gebürtige Schweinfurter in der U21-Nationalmannschaft den Platz vor der Abwehr sicher. Vor Emre Can, welcher - möglicherweise freiwillig - nicht im Kader von Trainer Horst Hrubesch zu finden war.

Hinten Anstellen


Die Liste der potentiellen "Sechser" ist lang. Neben den arrivierten Stars drängen sich Youngster um Youngster auf, um einige Minuten im weißen Dress zu erhaschen. Derzeit muss sich Emre Can (whoscored-Wert: 6,6) hinter all diesen Spielern einreihen. Trotz seiner guten Leistung gegen den FC Chelsea ist eine Nominierung für die A-Nationalmannschaft nicht gerechtfertigt. Im Gegenteil: Can sollte in der U21 auf sich Aufmerksam machen. Oder tatsächlich einen Wechsel zum türkischen Nationalverband in Erwägung ziehen. „Ich könnte mich immer noch für die Türkei entscheiden, wo es einfacher sein könnte, zum Einsatz zu kommen. Aber wenn ich gut genug bin, würde ich lieber für Deutschland spielen“, überlegte Can. Dass er gut genug ist, muss er bei den "Reds" länger als 90 Minuten lang unter Beweis stellen. Stand jetzt dürfte sein Handy wohl stumm bleiben.
So oder so, das Motto lautet: Handy weg, Schuhe raus und Mund zu. Denn wenn es eins gibt, was Joachim Löw nicht mag, dann ist es medialer Druck. Schon gar nicht von Spielern.

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Als das Nord-Derby noch ein Top-Spiel war ...

Hamburg gegen Bremen. Bei jedem deutschen Fußballfan schrillen bei diesen zwei Teams sofort die Derby-Glocken, vollgepackt mit Erinnerungen an Kung-Fu-Kicks, fliegende Handy-Akkus oder spielentscheidende Papierkugeln. Am Sonntag kommt es in Hamburg zu Ausgabe 117 des Nordderbys. Doch dass wir hier von Top-Spiel weit entfernt sind zeigt nicht nur, dass es nicht am Samstag Abend kommt (das bwin-Topspiel ist nämlich Köln gegen Hertha), sondern vielmehr der Tabellenplatz. Doch das war nicht immer so, ein kleiner Blick nach hinten genügt. Die Dritte Halbzeit reckt den Hals.

Es war einmal ... vor nur fünf Jahren

Es ist schon überraschend wie kurz man in der Zeit zurückgehen muss, um ein Nordderby zu finden, in welchem zwei Top-Teams aufeinandertrafen. In der Saison 2009/2010 war am Spieltag 34 Derby-Time. Und dieses Spiel war nicht nur aus geografischen Gründen spannend.

Die Ausgangssituation
Der Hamburger SV musste in Bremen siegen, um rechnerische Chancen auf die Europa League zu behalten. Den Bremern reichte für die Champions-League-Qualifikation de facto ein Unentschieden. Es war also ein Spiel, in dem es richtig um etwas ging. Um Prestige, internationale Startplätze und - natürlich - jede Menge Geld.
Tore und Vorlagen: Pizarro und Özil waren die Prunkstücke der Bremer Offensive
Das Spiel
Nach einigen Startschwierigkeiten in der Offensive fanden vor allem die Bremer in der zweiten Hälfte besser ins Spiel. Zuvor übten vor allem die Rothosen massiven Druck auf die Hintermannschaft von Thomas Schaaf, doch Keeper (Wrestler?) Tim Wiese hielt mit Glanztaten seinen Kasten sauber.
In der 58. Minute war es dann so weit: nach einem steilen Pass in den Strafraum sorgt Claudio Pizarro für einen wahren Augenschmaus. Mit der Hacke bugsiert er den Ball ins Hamburger Tor und sorgt somit für die Bremer Führung.


Nach kurzer Schockstarre kam der HSV wieder zurück ins Spiel und wehrte sich gegen die Niederlage. In der 82. Minute gelang Ruud van Nistelrooy der Ausgleich. Nach einem schönen Pass von Zé Roberto musste der Holländer den Ball vom Elfmeterpunkt nur noch einschieben. Mehr war für die Gäste jedoch nicht drin. Das Spiel endete 1:1, Werder qualifizierte sich für die Champions League, der HSV ging leer aus.

Die Aufstellungen

Werder Bremen: Wiese - Fritz , Mertesacker , Naldo, Pasanen - Frings - Bargfrede , Borowski - Özil - Hugo Almeida , Pizarro
Trainer: Thomas Schaaf

Hamburger SV: Rost - Demel, J. Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Zé Roberto - Trochowski, Pitroipa - van Nistelrooy , Petric 
Trainer: Ricardo Moniz
Ruuuuuuud: Gemeinsam mit Zé Roberto drückte er dem HSV seinen Stempel auf

Teure Umbrüche

Es war das letzte Spiel, in welchem beide um einen Top-Tabellenplatz kämpften. Doch woher dieser schnelle Wandel? 
Bremer verloren Özil an Real Madrid, Merstesacker zog es ein Jahr später nach London zum FC Arsenal. Im selben Jahr verließ auch Thorsten Frings die Werderaner, 2012 folgte Naldo. Das starke Team, welches sich Thomas Schaaf nach dem Meistertitel 2004 und dem folgenden Umbruch aufgebaut hatte, wurde auseinandergerissen. Dieser Umstand konnte nicht einmal ihn in Bremen halten.
Dem Hamburger Kader erging es ähnlich. Jerome Boateng wechselte zu Manchester City und riss ein Loch in die Hamburger Abwehr. Nach einer schwachen Folge-Saison folgte im Sommer 2011 der Totalverkauf. Es gingen mit Elia, Zé Roberto, van Nistelrooy und Mathijsen wichtige Leistungsträger. Bis heute haben sich die Rothosen nicht von diesem Ausverkauf erholt. 
Insgesamt sind die Zahlen erschreckend: von der damaligen Start-Elf der Bremer sind nur noch zwei im derzeitigen Kader, beim HSV sind es null. Zum Vergleich: der FC Bayern setzte am 34. Spieltag sechs Spieler ein, die heute noch im Team sind. Bei Borussia Dortmund sind es sogar sieben! Umbrüche müssen sein, aber zu welchem Preis? Das Risiko, danach schlechter zu sein als davor ist riesengroß. Teams wie der FC Schalke bekommen einen Kaderwechsel gut hin. Doch dass es auch schief gehen kann, das wird uns das Nordderby am Sonntag - trotz seiner hohen Prestigeträchtigkeit - erneut vor Augen führen.

Das Super-Jahr 2014 in Zahlen


17 Spiele, 37 Tore, vier Sterne: Das Weltmeister-Jahr strotzt nur so vor interessanten Zahlen, kuriosen Bestmarken und ewigen Rekorden. Wer hat am meisten gespielt? Wie lang war die länsgte Durststrecke? Wie viele Gegenspieler hatten die Deutschen dieses Jahr? Die Dritte Halbzeit hat es für Euch zusammengezählt.

1. Die Gegner
Gegen insgesamt 15 Teams hat die Elf von Joachim Löw gespielt, 2 Mal gegen Polen und Argentinien. Der entfernteste Gegner (geografisch) war Testspielgegner Chile (12.513 km), der nächste war Nachbar Polen (606 km). Insgesamt wurden 232 verschiedene Spieler gegen die Nationalmannschaft eingesetzt.

2. Die Bilanz
Das Team von Joachim Löw holte 9 Siege, 6 Unentschieden und 2 Niederlagen.

3. Tore
Insgesamt schoss das DFB-Team 37 Tore, die meisten gegen Brasilien im Halbfinale (7). Gleichzeitig bekamen sie 15 Gegentore, davon jedoch allein vier gegen Argentinien im Test-Spiel nach der WM.

4. Torjäger
Absoluter Top-Torjäger 2014 ist - welch eine Überraschung - Thomas Müller. Insgesamt zehn Tore schoss der Münchner, fünf während der Weltmeisterschaft. Auf Platz zwei ist Mario Götze mit 7 Toren (2 bei der WM) und auf Platz 3 André Schürrle (6/3).

5. Führungen
13 Mal ging Deutschland dieses Jahr in Führung. Elf mal wurde diese Führung gehalten. Zweimal musste man sich am Ende mit einem Unentschieden beglücken. Dreimal gerieten die Deutschen in Rückstand, wovon einer noch in ein Unentschieden umgewandelt werden konnte (Kamerun). Das einzig Torlose spiel war ein 0:0 Anfang des Jahres gegen Polen.

6. TV-Publikum
34,65 Millionen Menschen sahen das WM-Finale in Rio. Das ist die höchste TV-Quote aller Zeiten. Das Spiel gegen Gibraltar war das am wenigsten gesehenste: nur 9,14 Millionen Leute schalteten zum EM-Quali-Spiel ein.

7. Stadion-Publikum
Auch hier bricht das Stadionpublikum des Finales alle Rekorde. Mit 74.738 Zuschauen im neuen Maracana ist es das drittgrößte Live-Publikum für ein deutsches Team aller Zeiten, hinter dem Aztekenstadion Mexico-Stadt 1986 (114.000) und dem dem Münchner Olympiastadion 1974 (78.000). Das am wenigsten besuchte Match war das Testspiel gegen Armenien in der Mainzer Coface Arena mit 27.000 Zuschauern.
Platz 1: Toni Kroos lieferte 2014 die meisten Spielminuten im DFB-Dress ab

8. Spielminuten
1.590 Minuten hat die deutsche Nationalmannschaft 2014 auf dem Platz verbracht. Am meisten davon auf dem Feld: Toni Kroos (1.469 Minuten), Jerome Boateng (1.252 Minuten) und Manuel Neuer (1.230 Minuten)

9. Kapitäne
Dieses Jahr durften sechs Spieler die Kapitänsbinde tragen: Philipp Lahm (870 Minuten), Manuel Neuer (450 Minuten), Julian Draxler, Per Mertesacker, Sami Khedira (jeweils 90 Minuten), Toni Kroos (1 Minute - nach Auswechslung von Khedira in der 91. Minute). Kurios: Neu-Kapitän Bastian Schweinsteiger war dieses Jahr nicht eine Minute Kapitän der Nationalelf.

10. Lieblingsbundesland
Das DFB-Lieblingsbundesland ist Nordrhein-Westfalen. Vier der acht deutschen Heimspiele wurden dort ausgetragen. In Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Rheinland-Pfalz jeweils die anderen Duelle.

11. Längste Serien
Die längste Serie ohne Tor währte 230 Minuten, ab dem 1:0 gegen Chile über das 0:0 in Polen bis zum 1:1-Ausgleich gegen Kamerun.
Die längste Serie ohne Gegentor riss nach 242 Minuten. Sie hielt über die selben drei Spiele, bis zum 1:0 der Kameruner.

12. Kürzeste Serien
Die kürzeste Serie ohne Gegentor begann und endete beim 2:4 gegen Argentinien im September. Zwischen dem 0:3 und dem 0:4 blieb der deutsche Kasten für 172 Sekunden ohne Gegentor.
Die kürzeste Serie ohne Tor entstand im WM-Halbfinale gegen Brasilien. 70 Sekunden benötigten Jogis Jungs um das 3:0 auf ein 4:0 zu erhöhen.

13. Debütanten
Insgesamt 16 Spieler debütierten dieses Jahr für die deutsche Nationalmannschaft, so viele wie noch nie! Der bisherige Rekord ging zurück bis 1951. Damals gaben 15 Spieler ihr Debüt in weißen Trikot.
Rekordbrecher Klose: Ganze drei Rekorde hat der Stürmer 2014 gebrochen
14. Meilensteine und Rekorde
Sechs große Meilensteine gab es 2014 zu feiern. Per Mertesacker machte gegen Ghana sein 100. Länderspiel. Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm rückten in die Top 10 der WM-Rekordspieler auf. Miroslav Klose brach mit 16 Toren nicht nur den WM-Tor-Rekord, er überholte mit 17 Siegen bei Weltmeisterschaften den Brasilianer Cafu. Außerdem erzielt der Deutsch-Pole gegen Armenien seinen 69. Länderspieltreffer und überholte damit den "Bomber" Gerd Müller. 
Das erste WM-Spiel gegen Portugal war das 100. WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft. Sie sind das erste Team, das diese Schallmauer durchbrochen hat.


4 Tore, 5 Lehren - Eine Analyse

Vier zu Null. Ein tolles Ergebnis. Außer man spielt gegen Fußballzwerg Gibraltar. Außer man ist Weltmeister. Außer man hat Brasilien zu Halbzeit bereits fünf Dinger eingeschenkt. Vier Tore hat die Nationalmannschaft geschossen, doch Herr Löw meint es seien "vier zu wenig". Verbesserung ist für das Spiel gegen Spanien erwünscht. Und wie - mit Sicherheit auch - der Bundestrainer haben wir unsere Lehren aus dem EM-Quali-Spiel gegen das britische Überseegebiet gezogen. Stifte raus, Hefte auf!
Joachim Löw: Zufriedenheit sieht anders aus

1. Podolski und das Spielpraxis-Paradoxon


Gestern stand Lukas Podolski 90 Minuten auf dem Feld. Das ist genauso lang wie für seinen Arbeitgeber Arsenal in Premier und Champions League zusammen. Zufrieden kann Podolski mit dieser Situation sicher nicht sein. Zumindest der Bundestrainer ist es nicht: „Ich habe mich mit Lukas unterhalten über seine Situation. Er wird sich Gedanken machen müssen, glaube ich. Für Lukas ist zwingend notwendig, dass er irgendwo regelmäßig spielt.“ Die meiste Spielpraxis erhält der Kölner bei Joachim Löw - nicht gerade eine ideale Qualifikation als Nationalspieler. Zudem waren seine beiden Assists gegen Gibraltar erst Torbeteiligung zwei und drei. Podolski weiß, wie mittlerweile auch wir, dass er mit diesen Ziffern 2015 nicht mehr zum Kreis der Nationalmannschaft gehört.

2. Mehr Köpfchen, bitte


Zwanzig Ecken bekamen die Deutschen zugesprochen. Aus keiner einzigen entstand ein Tor. Doch damit nicht genug: allein Karim Bellarabi fackelte mit gefühlt 30 hohen Bällen ein wahres Flanken-Festival ab. Sie fanden keinen Abnehmer. Der hohe Ball ist nicht die größte Stärke dieser passfixierten Mannschaft. Das zeigen auch die Zahlen: Stürmer Max Kruse schoss nur eines seiner fünf Bundesligatore mit dem Kopf, Kollege Thomas Müller sogar gar keins - und das mit sechs Toren. Natürlich muss das nicht das probate Mittel werden. Doch wenn es am Boden eng wird, dann sind es diese kleinen Dinge wie Ecken oder eine Flanke, die Spiele entscheiden. Beispiele: Spanien - Deutschland 2010, Deutschland - Italien 2012, Bayern - Chelsea 2012, Real - Atletico 2014, nur um die aktuellsten zu nennen.

3. Die gute alte Chancenverwertung


Natürlich darf dieses Wort nicht in dieser Liste fehlen. Das Dortmunder "Unwort des Jahres" hat sich auch gestern in Nürnberg breit gemacht. 37 Schüsse wurden gezählt, nur neun gingen auf das Tor. Gibraltar schoss dreimal, und jeder Schuss ging auf's Tor. Woher rührt also diese Inkonsequenz? Im Abschluss war die DFB-Elf schlichtweg unkonzentriert. Ob es nun am Spielstand oder am Gegner selbst lag, das vermögen nur die Spieler selbst zu sagen. Doch eigentlich wissen wir, dass die Deutschen a) gegen die Großen nicht so viele Chancen bekommen, aber b) diese dann konsequent nutzen. Zu Hundert Prozent sicher sein können wir trotzdem nicht. Gegen Spanien kann die Löw-Elf das ja unter Beweis stellen.

4. Deutsche Fans sind sehr vergesslich


Genau 124 Tage ist der Triumph von Rio her. Vierundzwanzig Jahre warteten die deutschen Fans sehnlichst auf den Goldenen Pokal. Und sie holten ihn mit einer Souveränität, die unglaublich war. Die DFB-Elf machte Fußball-Deutschland das größte Geschenk seit 1990, für immer unvergesslich. Leider nicht. Pfiffe und Buh-Rufe schallten von den Tribünen des Grundig-Stadions, als das Spiel beim Stand von 4:0 beendet wurde. Natürlich hatten sich alle mehr erwartet. Dennoch spielt hier der Weltmeister, und das zuhause. Hat man sich nach so einem Turnier wie diesen Sommer nicht etwas mehr Respekt verdient. Anscheinend nicht, aber die Weltmeister-Müdigkeit verschwindet gewiss nicht durch Pfiffe. Rückblick Oktober 1990. Der Weltmeister Deutschland entgeht in Luxemburg knapp einer Blamage. Endstand: 3:2 für Deutschland. Glück für die Mannen um Voigts: Sie durften Auswärts spielen.

Bonus: Thema "Weltmeisterlich"
Des öfteren wird ja darüber gesprochen, dass das Team um Joachim Löw nicht "weltmeisterlich" genug spiele. Hier ein paar Zahlen: Gegen Gibraltar spielten genau fünf von 14 Spielern, welche im Finale gegen Argentinien auf dem Platz standen. 13 Spieler, die im WM-Kader standen, waren auch im Aufgebot gegen den UEFA-Neuling - davon drei Torhüter. Die große Frage: Wie soll ein Team "weltmeisterlich" spielen, wenn es gerade mal aus de facto fünf Weltmeistern besteht? Geben wir diese Frage an den FC Barcelona weiter, welcher zwischen 2008 und 2014 trotz mehrerer "Weltmeister" nicht jedes Jahr die Champions League gewonnen hat.
Der "Gejagte": Weltmeister Mario Götze

5. Deutschland ist der "Gejagte"


Die DFB-Elf ist seit dem Sieg in Brasilien das Maß aller Dingen - zum Leidwesen des DFB selbst. Gegen kein Team der Welt werden sich die Mannschaften dieser Welt mehr anstrengen als gegen den Weltmeister. Die Bayern-Spieler kennen dieses Phänomen aus der Bundesliga, genauso wie die Madrilenen in der Primera Division. Wenn diese Mannschaften auf Underdogs treffen, dann sehen sie entweder schlecht aus oder demontieren diesen nach allen Regeln der Fußballkunst. Einen Mittelweg gab es und gibt es nicht. Spiele gegen den bereits im Vorfeld feststehenden Verlierer sind die mitunter schwersten. Das weiß Löw, das weiß das Team. Und vielleicht wissen es auch einige Fans. Alle können es nicht gewesen sein. Dafür waren die Pfiffe zu laut.

Beim ehemaligen "Gejagten" Spanien kann das Team von Joachim Löw noch einmal zeigen, dass es den Weltmeister-Titel mehr als verdient hat. Das Spiel am Dienstag gegen die Furia Roja kann all diese Thesen relativieren. Dazu braucht es lediglich ...
-  Volland statt Podolski auf links
-  zwei Kopfballtore
-  4 Tore aus 4 Schüssen
-  genug deutsche Fans in Vigo, die mit ihrem frenetischen Jubel die Pfiffe der Spanier überdecken

Wir dürfen also gespannt sein.

Sagt uns Eure Meinung! Welche Lehren kann Joachim Löw noch aus dem Spiel gegen Gibraltar ziehen?


Die Hände zum Himmel - und dann?



Nach dem Titel ist vor dem Titel: für die deutschen Weltmeister regnet es nach dem Pokalgewinn neben der saftigen Prämie Bambis und silberne Lorbeerblätter. Zeitgleich startet mit "Die Mannschaft" die epos-artig arrangierte Dokumentation der Ereignisse in Brasilien. Kurzum: Die Weltmeister-Promo-Tour fand am Brandenburger Tor definitiv nicht ihr Ende. Doch war das schon immer so? Natürlich nicht! Die Dritte Halbzeit begibt sich auf Zeitreise.

1954: "Das Wunder von Bern" - Der Film, das Musical, das Buch, das ...


Die Situation
Der 4. Juli 1954 ist nahezu jedem Deutschen ein Begriff. Der Sieg in der Schweizer Hauptstadt über die schier unbesiegbaren Ungarn war mehr als ein WM-Sieg. Es wurde zum Symbol des wiedererstarkten Landes und war die pure seelische Aufbauarbeit nach dem zweiten Weltkrieg. Der Stoff, aus dem Helden gemacht sind.

Nach dem Sieg
Dementsprechend wurde die Ankunft der Sieger frenetisch gefeiert. Im Sonderzug BR VT 08 ging es von Spiez nach München zur Pokal-Präsentation auf dem Marienplatz. Von der bayrischen Landeshauptstadt aus wurde der Triumphzug fortgesetzt. In mehreren Städten Westdeutschlands wurden Fritz Walter und Co. mit Geschenken und Glückwünschen empfangen. Medial wurde das Event vor allem in den letzten Jahren in allen erdenklichen Formen ausgeschöpft. Sei es als Buch, Film oder Musical: das Wunder von Bern ist in Deutschland so präsent wie vor 60 Jahren.

Prämien und Preise
Die Helden von Bern erhielten 2.500 D-Mark, was unter Berücksichtigung der Inflation einem heutigen Wert von circa 4.200 Euro entspricht. Dazu gab es einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller. Kapitän Fritz Walter war zudem der einzige Spieler, welcher 1954 das silberne Lorbeerblatt erhielt.

1974: Der Heimspiel-Sieg


Die Situation
Es war wohl der am meisten erwartete Titel seit 2014. Die Choryphäen um Kapitän Franz Beckenbauer waren wie noch keine deutsche Mannschaft zuvor so prädestiniert für den Weltmeistertitel. Der 2:1-Sieg über die Niederlande in München bescherte der Bundesrepublik den zweiten Triumph in der Geschichte.

Nach dem Sieg
Die deutsche Nationalmannschaft wurde zur "Mannschaft des Jahres" und Beckenbauer zum "Spieler des Jahres" gekürt. Gefeiert wurde in München, da es ja keinen großen Empfang geben konnte beziehungsweise musste. In den heutigen Medien ist der Sieg nicht so präsent wie "Das Wunder von Bern", dennoch werden nahezu jährlich alle deutschen Beteiligten zur damaligen Situation ausgequetscht. Durch den mangelnden "Wunder-Charakter" hat es das Turnier (noch) nicht auf die Kinoleinwände oder Musicalbühnen dieser Welt geschafft.

Prämien und Preise
Für die Heim-Sieger winkten rund 70.000 DM, heute knapp 80.000 Euro wert. Des Weiteren erhielten die Mannen um Helmut Schön einen Volkswagen Käfer Cabriolet - eine nette Steigerung gegenüber des Motorrollers. Außerdem erhielt das gesamte Team das silberne Lorbeerblatt von Bundespräsident Walter Scheel.

1990: Nur kurz über den Brenner


Die Situation
Die Lichtgestalt Franz Beckenbauer kehrte zurück und zeigte der Welt, dass er auch als Trainer genug Strahlkraft hat, um Weltmeister zu werden. Nach der tragischen Final-Niederlage 1986 gegen Argentinien war es der Kaiser himself, der das deutsche Team über den Brenner zum Sieg in Rom führte. Und das gegen, wie soll es anders sein, Argentinien.

Nach dem Sieg
Die Siger landeten wenige Tage später in Frankfurt, wo der goldene Pokal stolz der wartenden Menge entgegengereckt wurde. Das Spektakel wurde damals sogar live im Fernsehen übertragen. Heute ist vom Glanz der Sommernacht in Rom nicht mehr so viel übrig. Hier und da taucht Siegtorschütze Andreas Brehme aus der Versenkung auf und berichtet über die Vorkommnisse des 8. Juli 1990. Doch auch weitere Teamkollegen stellen sich passend zur Weltmeisterschaft den Fragen der Talkshow-Moderatoren. Doch so richtig etwas Neues erfahren wir dabei nie. Dennoch ein Highlight: die schüchtern schunkelnden Jungs mit Udo Jürgens in "Wir sind schon auf dem Brenner".


Prämien und Preise
Als Prämie erhielten die Spieler "nur" 125.000 Mark, das sind heute gute 95.000 Euro. Kein Roller, kein VW-Cabrio. Aber das konnten sie sich ja sowieso nun leisten. Kurioserweise erhielten die Gewinner von 1990 kein Silbernes Lorbeerblatt, das mag vielleicht natürlich der politischen Situation geschuldet sein. Im Wiedervereinigungsprozess wird selbst der Fußball zur Nebensache, wenn sie auch trotzdem die schönste bleibt.

Heute ist alles besser - oder anders


Mit 300.000 Euro plus 20.000 pro Quali-Spiel war es für die deutschen Spieler wohl das lukrativste Turnier aller Zeiten. Auch mit Blick auf den medialen Hype ist der Sieg in Rio höchstens mit dem "Wunder von Bern" gleichzusetzen, zumal der Titelgewinn in der Schweiz auch politisch eine weitaus größere Tragweite für das Land besaß. Über mangelnde mediale Präsenz müssen sich Jogis Jungs jedoch nicht beschweren. Auf Facebook, Twitter, Instagram und Youtube prasseln die Trailer zum Film, Bilder von der Verleihung von Lorbeerblatt und Bambi und weitere Erinnerungsstücke dieses Sommers auf den Nutzer ein. Ob das nun sein muss, darüber lässt sich streiten. Doch Fakt ist: das Publikum kann davon nicht genug bekommen. Und auch dieser Hype wird abnehmen, spätestens 2016 in Frankreich.

Denn dann heißt es wieder, wie immer im Fußball: Nach dem Titel ist vor dem Titel.


Die 10 DFB-Lieblinge im Formcheck

Endspurt für die deutsche Nationalmannschaft! Die Spiele gegen Gibraltar (Freitag, 20:45 Uhr) und Spanien (18. November, 20:45 Uhr) schließen das deutsche Super-Jahr 2014 ab. Für alle Neu-Nominierten bietet sich ein letztes Mal die Chance, sich dem Bundestrainer Jogi Löw für höhere Aufgaben zu empfehlen. Doch wie sieht es eigentlich mit unseren Lieblingen aus? In welcher Form treten sie zum Ländespieljahr-Finale an? Und wer kann/muss im nächsten Jahr angreifen? Die Dritte Halbzeit sagt es Euch!